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Dezember 2007

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Freunde in der Not

Als ich noch neu war in Karlshort, sind die anderen Kinder erst mal ganz schön gemein zu mir gewesen. Ich weiß noch wie mich Frau Dux vorgestellt hat an meinem ersten Tag und wie alle in der Klasse die Nase gerümpft haben. Na ja, ich hab halt auch damals schon ein bisschen komisch ausgesehen. Viel zu dünn und klein für mein Alter. Aber ich war ja auch schon krank damals.

Hinten links war noch ein Platz frei. Neben einem Jungen, der einen lustigen gelben Pullover angehabt hat. Ich hab mich neben ihn gesetzt und Frau Dux zugehört, die etwas über die Geschichte von Karlshorst erzählt hat. Mitten in der Stunde hat mir der Junge neben mir auf einmal eine Mandarine rüber geschoben auf die er mit einem Filzstift ein Brillengesicht gemalt hatte. Sah aus wie das Gesicht von Frau Dux und ich musste laut loskichern. So war das als ich Jonas kennen gelernt hab.

Wir haben uns von Anfang an echt super verstanden. Jonas und ich. Seine Eltern sind bei einem Autounfall gestorben als er sieben Jahre alt war und er hat keine Geschwister. Zum Glück bin ich mit ihm auch auf ein Zimmer gekommen. Wir sind ein gutes Team, er und ich. Ich hab ihm bei den Matheaufgaben geholfen. Und er mir beim Sport. Ich konnte ja nie so richtig mitmachen, weil mein Kopf immer so weh getan hat. Wenn die anderen mich deswegen gehänselt haben, ist Jonas wütend geworden und hat gesagt, die sollen mich gefälligst in Ruhe lassen.

Gestern wusste ich anfangs nicht, wie ich den braunen Sack hier raus bekommen soll. Ich hab erst an Picasso gedacht. Aber dem hätte ich dann alles erzählen müssen. Das mit den schrecklichen Bildern in meinem Kopf. Und der hätte es dann ganz bestimmt Carina weiter gesagt. Und dann hätte ich den Salat gehabt. Da hatte ich plötzlich die Idee mit Jonas. Ich hab ihm eine Nachricht geschrieben, er soll Frau Dux sagen, dass er heute wieder zum Fußballtraining geht, so wie neulich. Er wusste gleich bescheid.

Nach dem Mittagsessen stand er pünktlich wie abgemacht in meinem Zimmer. Er hat zu mir gesagt, dass er nur wenig Zeit hat und ich hab ihm kurz erklärt, was er machen soll. Auf der Rückfahrt am Ostkreuz kurz aussteigen und das Säckchen übergeben. Das Gute an Jonas ist, das er nicht so viele Fragen stellt. Auf ihn kann man sich wirklich verlassen, wenn man mal in der Klemme sitzt. Ich hab ihm dann noch gesagt, er soll elf Mandarinen in den Sack tun, aber ohne rein zu sehen. Als Nikolausgeschenk für meine Freunde, die versuchen mir zu helfen. Das fand ich sehr wichtig, denn ich wollte Euch damit etwas zeigen. Das ich das Gefühl hab, ich kann mich auch auf Euch verlassen. Hat das mit der Übergabe geklappt?

Comments

Hallo lieber Horatio!

Na hier ist aber viel passiert in meiner abwesenheit (war ja bis heute in urlaub)!

Das tut mir aber leid das du gerade von solchen bildern verfolgt wirst und du soviel angst hast!
Aber hier sind ja ganz viele die dir zur seite stehen und für dich da sind!

Farina
Melde dich wenn du hilfe brauchst!
Liebe Farina,

du warst im Ulaub? Echt? Wo denn? Etwa an einem Strand? Tut mir leid, ich bin schon wieder so neugierig...

Ich freue mich, dass du mich wieder besuchen kommst. Hast du denn auch was zum Nikolaus gekriegt?

Tschüss,
dein Horatio

(Anonym)

Übergabe

Hallo Horatio,

weiß nicht, ob dir schon jemand Bescheid gesagt hat, deshalb dachte ich, ich geb mal kurz Meldung:
Ich war zwar selbst nicht dabei, aber von den anderen weiß ich, dass sie den Sack bekommen haben (auch wenn Jonas sich ihnen wohl nicht zeigen wollte - der Sack lag auf einmal da).
Anscheinend wurden die Bilder alle am selben Ort gemacht. Soweit ich weiß, waren die Berliner noch nicht da, aber ich bin sicher, wir kommen der Sache bald auf die Spur.
Halt durch, lieber Horatio, und lass dich nicht unterkriegen!!!

Viele Grüße,
Sibee

Re: Übergabe

Hallo Sibee,

ich bin wirklich sehr froh das alles geklappt hat. Jonas ist kurz ausgestiegen aus der Bahn, aber hat niemanden gesehen. Deswegen hat er den Sack auf dem Bahnsteig abgestellt.

Zum Glück ist alles gutgegangen und ihr habt die Bilder. Sagst du mir bescheid, wenn ihr die Spur verfolgt habt?

Tschüss,
dein Horatio

(Anonym)

Was soll ichglauben

Lieber Horatio!
Ich bin seit 5 Tagen dabei und weis nicht
was ich von der Geschichte halten soll.
Dich gibt es real nicht.
Nur Werbung für ein Buch?
Find ich miit diesem Hintergund und was sonst in der Welt passiert einfach total Leute verasch......

Re: Was soll ichglauben

Hallo,

leider kenne ich deinen Namen nicht. Und was ich glauben soll, weiss ich leider auch nicht.

Aber ich hoffe, du hast einen schönen Nikolausabend gehabt und warst schön brav.

Tschüss,
dein Horatio

Edited at 2007-12-06 21:27 (UTC)