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Dezember 2007

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Neue Schatten

Heute Nacht hab ich es versucht. Ich wollte meine Träume lenken. So wie Ines es mir gesagt hat. Ich wollte noch mal hin zu dem dunklen Ort, um raus zu finden, wer der Mann ist, den ich getötet hab. Ich wollte nachsehen, was in seiner Zeitung steht. An der Stelle wo er etwas rot angestrichen hat.

Um Zehn bin ich plötzlich müde geworden. Fast wäre mir beim Lesen das Buch aus der Hand gerutscht. Bevor ich das Licht ausgemacht hab, hab ich mir noch mal meine Zeichnungen angesehen und versucht mich ganz doll auf den Ort zu konzentrieren. Ich weiß nicht wie lange ich so dagelegen hab. Aber irgendwann muss ich eingeschlafen sein. Denn da war es wieder, das Licht der Lampe. Es begann zu flackern, ganz schwach. Knack, knack.

Es ist dunkel um mich herum. Ich kann gerade so viel, erkennen, dass ich diesmal woanders bin. Nicht in dem Haus. Ich bin irgendwo im Freien. Ich stehe hinter einem Baum und beobachte einen Mann. Es ist ein anderer Mann. Da bin ich mir sicher. Er trägt keinen Anzug. Und er hält eine Flasche in der Hand. Auf einmal ist der Mann verschwunden. Ich weiß nicht wo er hin ist, ich höre nur wie eine Tür ins Schloss fällt.

Ein Moment lang ist es ganz still. Mir ist kalt und ich friere. In die Ferne bellt ein Hund. Ein Auto fährt nah an mir vorbei. Und dann ist da plötzlich dieses seltsame Geräusch. Es klingt so ähnlich wie beim Zahnarzt, wenn der einem mit seinen Geräten im Mund rumstochert. Ein lautes Röcheln. Ich höre wie der Mann versucht zu atmen, aber er kriegt keine Luft mehr. Es kommt nur noch ein lautes Pfeifen. Ich höre einen dumpfen Schlag. Wie wenn ein Tisch umfällt. Knack, knack.

Ihr habt es doch nur gut gemeint mit mir. Ihr wolltet mir helfen. Ihr habt mir erklärt, wie ich es anstelle, meine Träume zu lenken. Aber ich fürchte, ich hab es nicht richtig gemacht. Ich bin an einen anderen Ort gekommen. Einen Ort, an dem ich erfahren habe, das alles noch viel schlimmer ist. Seit letzter Nacht hab ich diesen furchtbaren Verdacht. Ich glaube, ich hab es nicht nur einmal gemacht. Nein, ich hab noch mehr Menschen getötet!

Comments

(Anonym)

Hallo

Lieber Horatio!

Ich weiß, dass dir die Träume sehr viel Angst machen. Aber dennoch möchte ich dich bitten, dich auf die Träume einzulassen.
Gleich wenn du aufwachst, versuche dich an das geträumte zu erinnern. Male wieder Bilder und zeige sie uns.

Wir werden versuchen dir zu helfen und das ganze aufzulösen.

Sei mir nicht böse, dass ich mich so kurz halte. Aber meine große Tochter ist krank.

Viele liebe Grüße
Deine Ines

(Anonym)

Re: Hallo

Ich meinte : "...helfen wollen..." nicht "..sollen.."

(Anonym)

Hallo Horatio,
Ines hat recht. Laß Dich darauf ein. Nur so findest Du und alle die Dir helfen sollen eine Lösung.
Und nicht Du hast die Menschen getötet. Es steht noch nicht mal fest, ob es es Dein vorheriges Leben war oder Du nur Beobachter. Selbst wenn es Dein vorheriges Leben war, bist Du doch nun ein anderer Mensch. Du hast nur noch die Erinnerungen daran. Wäre es anders, würdst Du nicht so entsetzt sein. Und wäre es doch so, dann bist Du wiedergeboren, um es besser zu machen.
Wie geht es Dir sonst? Noch starke Kopfschmerzen?
Ich wünsche Dir viel Kraft.
LG,
Tina